Welpen Fibel

Mit einem Welpen zieht nicht nur ein kleines Lebewesen, sondern eine große Verantwortung in das Haus oder die Wohnung!

Viele machen sich vorher darüber ausgiebig Gedanken, was denn so ein Welpe alles mit sich bringt und trotzdem passiert es immer wieder – die schöne Welpen Zeit wird vielen zu stressig, weil sie auf manche Dinge nicht hingewiesen wurden oder es sich einfacher vorgestellt hatten. Klar ist – ein Welpe braucht Zeit!

Klare Regeln schaffen!


Bevor man sich einen Welpen anschafft, sollten in der Familie klare Regeln aufgestellt werden, was ein Welpe darf und was er nicht darf! Es verwirrt den Kleinen nur wenn er zum Beispiel bei der Mutter des Hauses auf die Couch darf, der Vater ihm das aber verbietet.
Auch ein Rückzugsort sollte es für den kleinen Welpen geben womit auch Kinder vertraut gemacht werden, dass der Welpe dort seine Ruhe haben MUSS!
Auch empfiehlt es sich Kinder bei der Erziehung der Welpen teilhaben zu lassen. Sei es denn beim Spaziergang ihnen die Leine zu überlassen (bitte bleiben sie dabei!) oder die Fütterung zu übernehmen. Damit meine ich das die Kinder die Möglichkeit bekommen sollten – aktiv und dann auch selbstständig (ab einem gewissen Alter!) sich um das Familienmitglied kümmern zu dürfen.

Nicht nur der Hund lernt dabei, auch die Kinder lernen viel über das Verhalten eines Hundes.

Der Spaziergang


Ein Welpe sollte die erste Zeit nach dem Einzug nicht überfordert werden. Er muss erst seine neue Welt entdecken dürfen. Laut Literatur rechnet man 1 Minute pro Lebenswoche, die der Welpe an der Leine gehen sollte. Wir üben mit all unseren Kleinen das Leinentraining, um ihnen den Anfang zu erleichtern. Auch auf alle möglichen Geräusche bereiten wir unsere Schützlinge so gut es geht vor.

Es kann durchaus sein, dass ein Welpe nicht alle Geräusche kennt, die für uns als Menschen schon Alltagsgeräusche sind!
Ein Motorrad kann einen kleinen Welpen erschrecken und ein anderer Welpe reagiert kaum darauf. Wichtig ist es ihn langsam zu Geräuschen zuzuführen! Meist lernt man das bei einer renommierten Hundeschule in den Welpen Kursen oder aber man führt seinen Welpen selbst langsam an die Geräusche heran. Bitte gehen sie bei allem was sie vorhaben geduldig mit dem Kleinen um!

Ruhe schaffen!

Ein Welpe braucht sehr viel Ruhe (22 Stunden Schlaf am Tag!) was heißt das für den Besitzer? Ist der Welpe einmal eingezogen kommen die Nachbarn, die Verwandtschaft und die Familie, die den Kleinen natürlich beäugen möchten. Es wird gespielt und getobt doch Vorsicht! Der Welpe kann selbst nicht einschätzen, wann es genug ist! Da kommen Sie ins Spiel. Der Welpe muss zur Ruhe kommen können, um das Erlebte zu verarbeiten!

Bitte wecken Sie ihren Welpen nicht, wenn er schläft! Auch wenn in der Literatur geschrieben steht, dass dieser alle 2 Stunden nach draußen muss. Sie haben ein Lebewesen und kein Stofftier mit Batteriefach – wenn der Welpe munter wird, setzen Sie ihn nach draußen und Loben sein Geschäft!


Spielt der Welpe durchgehend weiter, wird er rasch überdreht und die Stimmung kippt.
Richten Sie dem Welpen Ruhe Zonen ein, sei es ein Körbchen oder ein Kennel, wo der Welpe Ruhe findet und klären Sie ihre Kinder und den Besuch darüber auf, das der Welpe im Körbchen oder in der Box dringlichst in Ruhe gelassen werden muss.

Sozialisierung


Unsere Welpen wachsen in einem Rudel auf, das erleichtert schon mal das weitere Leben in einem Haushalt in der schon Hunde leben. Sie werden von den Rudelältesten miterzogen und lernen, dass sie als Welpe ihren Platz noch finden müssen. Meist kommen die Kleinen in einen Haushalt in der schon Tiere leben. In viele Fällen handelt es sich um Katzen oder Hunde. Der Welpe sollte mit dem Hund des Hauses erst auf neutralen Boden zusammengeführt werden, bevor es in sein Territorium geht. Neugierig entdeckt der Welpe dann die Wohnung oder das Haus und dabei wird er meist vom älteren Hund beobachtet. Ein Brummen am ersten Tag, heißt noch nicht, dass das Projekt “Neues Familienmitglied” scheitert. Es ist auch für den bestehenden Hund eine neue Erfahrung, was sich aber schon mit dem Zweiten Tag legen kann. Die einen brauchen etwas länger und andere spielen gleich vom ersten Tag an miteinander.

Ist eine Katze in der Familie, kann man dem Züchter vor Abholung des Welpen zB. Decken bringen, die den Geruch der Katze tragen. Sowie man zB. eine Decke des Züchters mitnimmt um die Katze mit dem Geruch des Hundes vertraut zu machen.

Die Fütterung!


Die Fütterungszeiten bei einem Welpen sind dabei streng zu beachten! Ein Welpe ist nun mal an seinen Halter angewiesen. Im Stress und dem Alltag sollte dafür allerdings immer Zeit sein.
Hierbei gibt der Züchter die Informationen weiter, wie der Welpe bisher gefüttert wurde.

Meist haben die neuen Welpen Besitzer schon vor der Abholung einen Fütterungsplan erhalten und konnten bestimmte Sachen besorgen. Es empfiehlt sich steht´s eine Packung Hüttenkäse, Hühnerherzen oder Rinderfaschiertes im Kühlschrank zu haben. Der Welpe wird es dankend annehmen.

Wer seinen Welpen in Zukunft Barfen möchte (BARF-Biologisch Artgerechte Roh Fütterung) kann sich in vielen Zoofachhandlungen Literatur diesbezüglich besorgen.

Schäden im Haushalt?


Bitte rechnen sie damit das auch einmal etwas kaputt gehen kann oder wird, das ist völlig normal! Es muss nicht aber es kann. Schon oft habe ich von Freunden gehört „Mein Hund ist so schlimm!“ Wer es gewohnt war, Ladekabeln etc. auf der Couch liegen zu lassen, muss damit rechnen das der Welpe es untersuchen wird.

Natürlich kann man seine Wohnung “Welpensicher” machen, aber was heißt das?
Das heißt, eventuell Dekoratives, das am Boden steht, wie etwa Glasvasen, Holzdekorationen, Statuen etc. sollten für die ersten Wochen in Sicherheit gebracht werden. Auch Schuhe haben manche Welpen zum Fressen gerne.
Natürlich kann man sie auch stehen lassen und einen Welpen mit einem klaren und deutlichen “Nein” davor warnen.
Wenn aber dann doch etwas zu Bruch gehen sollte oder etwas zerbissen wurde, findet sich die Schuld klar beim Halter.

Schimpfen Sie mit ihrem Welpen, wenn er etwas macht, dass Sie nicht möchten!
Hierbei gilt wieder die 3 Sekunden Regel! Hierzu kann man vorsichtig die Schnauze zuhalten und „Aus!“ sagen – Schimpfen setzt Grenzen und Grenzen bringen Vertrauen!

Wichtig ist, Mistkübeln ohne Deckel laden den Welpen meist ein, um auf Entdeckungsreise zu gehen! Bitte keine ausgedienten Rasierklingen etc. in einen Mistkübel ohne Deckel werfen, die Folgen können fatal sein! Das klingt für viele logisch, tatsächlich ist uns so ein Fall bekannt!

Wir haben bei Einzug unserer Hunde, die Teppiche Anfangs verräumt, bis die Damen größer waren. Es kann eine Verwechslung stattfinden und dann hat man ein kleines Geschäft vor sich liegen. Mittlerweile aber sind bei uns wieder alle Teppiche (außer in der Welpenzeit!) wieder ausgelegt und diese werden zudem auch dankend als Schlafplätze aufgesucht.

Auch haben meist Familien mit Kindern im Wohnzimmer Schüsseln mit Süßen stehen. Auch diese sollte man für die erste Zeit verräumen.
Im Internet findet man Seiten über Toxische Lebensmittel für den Hund. Diese empfiehlt es sich Bitte VORHER zu lesen!

Ein Malheur kann passieren!


Ein kleines Lackerl am Boden bedeutet auch noch keinen Weltuntergang – ein Schimpfen zur falschen Zeit jedoch verwirrt den kleinen Welpen. In der Zeit, in der er sich hinhockt und das Malheur passiert kann man noch reagieren aber eine erst vorgefundene Pfütze sollte kommentarlos weggewischt werden!

Wichtig ist es den Welpen nach seinem Nickerchen, seiner Mahlzeit oder nach dem Spielen in die Wiese zu setzten und LOBEN! LOBEN! LOBEN! Sie haben dafür nämlich nur 3 Sekunden Zeit!


Für ein Tier gibt es nichts Schöneres als POSITIVE Aufmerksamkeit von seinem Halter zu bekommen.

Die Lösung aller Probleme heißt – Konsequenz!


Wichtig in erster Linie ist eine Konsequenz an den Tag zu legen. Wenn man nicht will das sein Hund den Besuch anspringt, dann muss man dem Welpen das klar und deutlich zeigen. Dabei gilt es auch den Besuch darauf hinzuweisen!

Alle Übung kann damit zu nichte gemacht werden, wenn ein enthusiastischer Besucher, den Welpen dazu animiert an ihm hochzuspringen. Einfach ein klares “wir lernen gerade – dass er nicht hochspringen darf, bitte die Hand vorhalten” sollte reichen.

Sollte man sich nach Monaten der Inkonsequenz dann darüber ärgern das der Welpe die Strumpfhose beim Begrüßen kaputt gemacht hat, findet sich die Schuld wieder – klar selbst beim Halter 
Konsequenz heißt der Schlüssel zum Erfolg!

Unverhofft kommt oft!


Wenn man ins Krankenhaus muss, wo gebe ich meinen Hund hin?
Wenn sich mein Dienstplan verschiebt, wer schaut mir auf den Hund?
Wenn wir Urlaub fahren wollen, wer schaut da auf unseren Liebling?
Meist werden Urlaube dann mit Hund geplant, aber für den Fall der Fälle sollte vor dem Einzug eines Welpen mindestens eine Person oder eine Lösung gefunden werden!

Ein Hund in der Wohnung, geht das?


Ja das geht und es funktioniert prima!
Die meisten Leute, die ich kenne, die einen Hund in der Wohnung halten, suchen öfters Hundeauslaufzonen auf als Hunde, die in einem Haus mit Garten gehalten werden.
Wir selbst wohnen in einem Haus mit Garten und sind an den Wochenenden (wie auch unter der Woche) mit den Fellnasen auf Wiesen zum Treffen anderer Hunde.

Klar es ist praktisch mit einem Garten:
Der Weg für den Kleinen für das „Geschäft“ geht nicht über mehrere Treppen oder das Ball spielen im Garten (oder was sich sonst noch so findet) bietet sich regelrecht dafür an.

Aber auch der eigene Garten kann uninteressant werden! Wir nutzen ihn, um mit ihnen und der Reizangel zu spielen, Bälle zu werfen, Apportieren zu üben, Leckerli Flaschen zu verstecken uvm.

Hauskennel

Die Wohnungshunde jedoch, gehen jeden Tag auf Geruchs-Entdeckungsreise!
Denn jeden Tag gibt es bestimmt einen Geruch mehr an dem “Haus um die Ecke”.

Wenn Sie ihren Welpen an einen Hauskennel gewöhnen möchten, tun Sie das bitte aufbauend. Wenn Sie die Wohnung verlassen, warten Sie nicht vor der Türe – der Welpe weiß das Sie noch davorstehen!
Er kann Sie nämlich riechen – gehen Sie komplett weg, der Welpe wird sich rasch beruhigen

Bindungs-Übungen

Nehmen Sie jeweils zwei Leckerli in die linke und in die rechte Hand. Führen Sie ihrem Welpen beide Händen vor die Nase zusammen und nun gehen Sie mit den Händen langsam auseinander. Der Welpe wird nun nach links und nach rechts starren, sobald er Ihnen aber in die Augen sieht, bekommt er das Leckerli. So lernt er dass er sich auf Sie konzentrieren muss.

Namen lernen

Setzen Sie sich mit einem Familienmitglied oder einer zweiten Person imAbstand voneinander auf den Boden, jeder hat eine Handvoll Leckerli bei sich und nun fangen Sie an den Welpen beim Namen zu rufen. Kommt er, erhält er ein Leckerli – dann ruft die Person gegenüber und so konditionieren Sie ihren Welpen auf den Namen. Bitte vergessen Sie nicht wieder die Leckereien von der Tagesration an Futter abzuziehen.

Vergessen Sie nicht …

  • Ihren Hund bei der Gemeinde zu melden
  • Ihren Hund bei Animaldata zu registrieren
  • Ihren Hund bei einem Spaziergang immer mit ausreichend Wasser zu versorgen
  • die 3 Sekunden-Regel (Schimpfen oder Loben, Sie haben nur 3 Sekunden Zeit)
  • Keine Tollwutimpfung vor 6 Monaten

(Text: Copyright, Ulrike Krauß. Die auf dieser Website veröffentlichten Inhalte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Jede vom österreichischen Urheberrecht nicht zugelassene Verwertung, insbesondere Vervielfältigung, Bearbeitung, Verarbeitung und Wiedergabe, bedarf vorheriger schriftlicher Zustimmung des Autors oder Urhebers.)